Tag 2 auf der Schweinfurterhütte ist für eine Überraschung gut, denn anders als der Wetterbericht vorhergesagt hat lacht uns die Sonne in der Früh entgegen. Also wird schnell gefrühstückt und auf geht’s – oder besser ab gehts, denn wir steigen als erstes 100 hm über die Forststraße ab. Dann gehts über einen Wanderweg wieder gut 100hm rauf bis wir die Ski anschnallen können. Die Sonne knallt schon jetzt ordentlich vom wolkenlosen Himmel, also fällt gleich einmal die Langarmmontur und wir gegen Kappe, Sonnenbrille, Sunblock und T-Shirts getauscht. So machen Frühjahrstouren Spaß :-)
Wir passieren die wildromantische Finstertaler Sennhütte und halten uns rechts in Richtung einer ostseitig ausgerichteten sehr Flachen Rinne, die wir später abfahren wollen. Ursprünglich wäre der Hochreichkopf über eine südlichere Aufstiegsroute angedacht, was wir aufgrund der warmen Verhältnisse jedoch kurzfristig verworfen haben. Mir folgen also der „Rinne“, die eigentlich keine Rinne ist bis unterhalb des Hochreichkopfes, wo wir erstaunt feststellen, dass eine Abfahrtsspurt direkt von oben zu unserem Punkt führt. Wahrscheinlich hat ein Local solo direkt vom Tal rauf gespurt, denn wir finden auch eine perfekte Aufstiegspur. Dieser folgen wir auf den Rücken, wo wir eine gute Übersicht über die Gegend und den weiteren Weg erhalten.
Der durchaus waxe Soloist hat den markanten, recht steilen Hang unterhalb des Hochreichkopfes direkt durch die Lawinenkegel gequert bis der Hang wieder ein klein wenig flacher wird. Dem kurzen Hang folgen wir bis zu den Felsen, wo die Ski gegen Steigeisen getauscht werden und am Rucksack landen. Durch die Felsen geht’s vielleicht 100hm auf den Kamm, wo wir Skidepot machen. Der Weiterweg zum Gipfelkreuz wirkt steil, aber wir wollen es trotzdem versuchen und stellen fest, dass der Aufstieg weit weniger dramatisch ist, als er optisch wirkt. V.a. da die Griffe einfach perfekt und der Fels relativ trocken ist. Wenig später stehen wir am Kreuz und vermissen unsere zurückgelassenen Rucksäcke mit der Jause – aber selbst Schuld ;-)
Wir steigen zum Skidepot zurück, schnallen die Ski an und folgen dem Kamm teilweise abenteuerlich mit 2 unangenehmen Stellen ca. 200m weit. Dann geht’s entlang der Solo-Abfahrtsspur durch nervenschonenderes Gelände abwärts zu unserer Aufstiegsspur und durch perfekten Firn weiter talwärts. Nach 2/3 der Wegstrecke wird der Schnee deutlich schwerer, aber es geht trotzdem. Den letzten Kilometer schneiden wir über den Sommerweg auf der linken Hangseite ab und erreichen die Hütte kurze Zeit später in der Mittagssonne. Nach einem Süppchen und einer schnellen „Dusche“ wird gepackt und ich trete die Talabfahrt an. Nicola und Bernhard bleiben noch 3 Tage, aber einer muss ja die Brötchen verdienen :-D
Fazit: Tolle Touren, super Gipfel, perfekter Winterraum, wenig Schnee, feine Atmosphäre/Stimmung und vielen Dank an meine Begleiter!
GPS-Track:
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